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Judith - die Anfänge

Eine Stadt wird vom Feind belagert, die Lage ist geradezu aussichtslos – bis im letzten Moment ein heldenmütiger Befreiungsschlag gelingt. Der Held der Geschichte ist eine Heldin: Judith, deren Name nichts anderes bedeutet als „die Jüdin“, macht den Gegner kopflos und geht in die Geschichte des Judentums als beherzte, kluge und mutige Retterin ihres Volkes Israel ein.



Judith und Holofernes von Artemisia Gentileschi (um 1620)

Judith ist eine Messiasfigur, was dem biblischen Text jedoch nicht den Einzug in den jüdischen Kanon sicherte. Während das Buch Judith in der katholischen Bibel ihren Platz in den sogenannten Geschichtsbüchern hat – zwischen Tobit und Ester –, blieb ihr die Aufnahme in die Sammlung der jüdischen und der protestantischen heiligen Schriften verwehrt.

Entstanden ist dieser fiktionale Text, der collageartig bekannte Bedrohungssituationen aus der Geschichte Israels montiert, um 150 v. Chr., unmittelbar nach den Makkabäeraufstanden (von 168-164 v. Chr.), infolgedessen sich orthodoxe Juden von der seleukidischen Herrschaft befreiten.

Judith ist es auch, die im Mittelpunkt unseres nächsten Konzerts steht: Das OJM führt Wolfgang Amadeus Mozarts Jugendwerk, das Oratorium La Betulia liberata auf, zusammen mit jungen Sängern des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper, dem Kammerchor der Universität Augsburg und Wiebke Puls aus dem Ensemble der Münchner Kammerspiele.

Besonders sind nicht nur das Programm und die beteiligten Künstler, sondern auch der Anlass: Das OJM wird 10 Jahre alt und das wollen wir mit diesem Konzert feiern!
Und warum wir dafür den Judith-Stoff ausgewählt haben? Dafür lohnt es, zurück zu den Anfängen des OJM zu gehen: Die Aufführung von Antonio Vivaldis Oratorium Juditha triumphans gehörte zu den ersten Gehversuchen des Orchesters.

Und da man an Geburtstagen gerne mal einen nostalgischen Blick ins Photoalbum wirft, haben wir in unseren Archiven gekramt und freuen uns, folgendes photographische Fundstück präsentieren zu können:


Wie die Zeit vergeht: Zu sehen ist Sopranistin Ruby Hughes, damals noch Studentin an der Münchner Musikhochschule, als Judith in einer Produktion in Zusammenarbeit mit dem Münchner Residenztheater, Regie führte Sarah Schley.

Sehr schade ist, dass es die dazu passende Aufnahme nicht gibt, aber Magdalena Koženás Interpretation von Judiths Arie „Agitata infido flatu“ aus Vivaldis Oratorium Juditha triumphans tröstet vielleicht ein wenig darüber hinweg.

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